Brustimplantate: Typen, Formen und Oberflächen im Überblick

Kurzantwort: Überblick zu Brustimplantat-Typen: Silikon oder Kochsalz, rund oder anatomisch, Oberflächen und Projektion – neutral, ohne Empfehlung einer Methode.

Wer sich mit einer Brustvergrößerung befasst, stößt schnell auf Fachbegriffe wie Silikon oder Kochsalzlösung, rund oder anatomisch, glatt oder texturiert. Dieser Text ordnet die gängigen Unterscheidungsmerkmale von Brustimplantaten anhand von Herstellerunterlagen und der Behördenzuständigkeit ein. Brustimplantate sind Medizinprodukte der Risikoklasse III; sie benötigen laut BASG keine behördliche „Zulassung“, sondern ein herstellerseitiges Konformitätsbewertungsverfahren mit CE-Kennzeichnung und die Einbindung einer benannten Stelle. Dieser Text ersetzt keine individuelle Beratung: Welche Kombination aus Material, Form, Oberfläche und Projektion infrage kommt, klärt die behandelnde Fachärztin oder der behandelnde Facharzt anhand von Anatomie und Gewebe. Welche konkreten Implantate im Einzelfall verwendet werden, entscheidet ebenfalls die behandelnde Person; eine amtliche Liste, welche Marken aktuell in Österreich vertrieben werden, gibt es nicht. Dieser Text beschreibt ausschließlich allgemeine Produktkategorien, wie sie in Herstellerunterlagen dokumentiert sind, und trifft keine Aussage darüber, welches Implantat für eine bestimmte Person geeignet ist.

Material: Silikongel oder Kochsalzlösung

Der in aktuellen europäischen Herstellerunterlagen durchgängig beschriebene Implantattyp ist mit kohäsivem Silikongel gefüllt. Mentor (J&J MedTech) beschreibt seine MemoryGel-Linie als Silikon-Gel-Implantate mit glatter oder mit der texturierten Siltex-Oberfläche. Establishment Labs (Motiva) füllt seine Implantate mit den herstellereigenen Gelformeln ProgressiveGel Plus oder ProgressiveGel Ultima, POLYTECH verwendet unter anderem die Diagon\Gel-4Two-Gele mit zwei unterschiedlich festen Gelschichten, GC Aesthetics (Nagor/Eurosilicone) das SiloGel-Twist-Gel. Laut den geprüften Herstellerunterlagen sind das einlumige (einkammerige) Konstruktionen: eine Hülle, gefüllt mit einer oder – bei manchen Modellen – zwei Gelschichten innerhalb derselben Kammer. Zu aktuell am Markt beschriebenen zweilumigen (zweikammerigen) Implantaten liegt in den geprüften Quellen keine Produktbeschreibung vor; das bleibt an dieser Stelle eine Lücke und wird nicht durch eine Vermutung ersetzt. Manche Modelle, etwa aus der Motiva-Reihe, enthalten laut Herstellerangaben zusätzlich einen Mikrotransponder, über den sich Referenznummer, Losnummer, Volumen, Größe, Projektion, Modell und Oberflächentyp elektronisch abrufen lassen; das dient laut Hersteller der Rückverfolgbarkeit und ist kein Auswahlkriterium für Patientinnen selbst.

Kochsalzlösung als Füllmaterial führt Mentor in seinen US-Patientenunterlagen neben MemoryGel/MemoryShape als eigene Produktlinie, dort mit eigener Altersindikation ab 18 Jahren im US-Zulassungskontext. Eine belastbare Aussage zu Verbreitung oder Verfügbarkeit von Kochsalzimplantaten in Österreich oder der EU liegt in den geprüften Quellen nicht vor.

Form: rund oder anatomisch

Herstellerkataloge unterscheiden im Kern zwei Grundformen. Runde Implantate haben eine kreisrunde Auflagefläche und ein gleichmäßig gewölbtes Profil, etwa POLYTECHs Même-Serie, Motivas runde Matrix-Reihe (Profile Mini, Demi, Full, Corsé) oder Nagors Impleo-Serie. Anatomische (tropfenförmige) Implantate haben mehr Volumen im unteren Bereich und eine an die natürliche Brustkontur angenäherte Form, etwa POLYTECHs Replicon- und Opticon-Serien, Motivas anatomische TrueFixation-Reihe oder Nagors CoGel-Serie. Innerhalb beider Grundformen bieten Hersteller zusätzlich Varianten mit unterschiedlicher Basisbreite und Höhe an, wobei die Basisbreite laut POLYTECH im ersten Schritt aus der Vermessung des Brustkorbs bestimmt wird, bevor Grundform und Oberfläche gewählt werden. Keine der beiden Formen wird hier als generell überlegen dargestellt: Die Wahl richtet sich nach Ausgangsbefund, Gewebe und gewünschtem Ergebnis und liegt in der fachärztlichen Beurteilung.

Oberfläche: glatt, mikrotexturiert oder texturiert

Herstellerunterlagen führen mehrere Oberflächenkategorien. Mentor bietet seine MemoryGel-Implantate mit glatter Hülle und mit der texturierten Siltex-Oberfläche an. Nagor beschreibt seine Implantate als in glatter Ausführung oder mit der als „mid-texturiert“ bezeichneten Nagotex-Oberfläche erhältlich. Laut Herstellerangaben soll Texturierung unter anderem die Verankerung im Gewebe unterstützen. Eine allgemeingültige Über- oder Unterlegenheit einer Oberfläche lässt sich aus den geprüften Quellen nicht ableiten und wird hier nicht behauptet. Im Zusammenhang mit texturierten Oberflächen wird in der Fachliteratur ein sehr seltenes Lymphom (BIA-ALCL) diskutiert; belastbare Zahlen dazu stammen laut den geprüften Quellen ausschließlich aus US-Fachgesellschafts- und Behördenquellen (ASPS/FDA) und werden hier bewusst nicht als österreichische oder europäische Statistik wiedergegeben.

Projektion, Profil und Basisbreite

Neben Material, Form und Oberfläche ist die Projektion ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: der Abstand zwischen Implantatbasis und dem am weitesten vorgewölbten Punkt. POLYTECH bietet dazu vier Projektionsstufen an (niedrig, moderat, hoch, extra hoch), Nagor bei der Impleo-Serie drei Stufen (moderat, hoch, extra hoch), Motiva unterscheidet seine runden Profile nach Basisbreite, Höhe und Projektion in Kombination. Diese Werte sind herstellerspezifisch katalogisiert und nicht ohne Weiteres zwischen Marken vergleichbar. Auch die Länge des chirurgischen Zugangs richtet sich laut Herstellerangaben von Motiva nach Volumen und Profil des gewählten Implantats, damit beim Einsetzen keine unnötige Belastung der Hülle entsteht. Welche Projektion, Form und Oberfläche im Einzelfall zusammenpassen, klärt die körperliche Untersuchung durch die behandelnde Fachärztin oder den behandelnden Facharzt; Details zur Größenwahl behandelt der Text [Brustimplantatgröße wählen](/wissen/brustimplantat-groesse-wahl).

Wer sich zusätzlich für den rechtlichen Rahmen interessiert, findet Informationen dazu, [wer in Österreich eine Brustvergrößerung durchführen darf](/wissen/wer-darf-brustvergroesserung-oesterreich), zum [gesetzlichen Ablauf vor einer Brustvergrößerung in Wien](/wissen/brustvergroesserung-wien-ablauf) und zum [Kostenplan bei Schönheitsoperationen](/wissen/kostenplan-schoenheitsoperation-oesterreich). Fachärzt:innen für Brustvergrößerung lassen sich unter [Brustvergrößerung](/treatments/brustvergroesserung) finden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen runden und anatomischen Brustimplantaten?

Runde Implantate haben ein gleichmäßig gewölbtes Profil mit dem meisten Volumen in der Mitte, anatomische (tropfenförmige) Implantate haben mehr Volumen im unteren Bereich und eine an die natürliche Brustform angenäherte Kontur. Beide Formen gibt es in mehreren Basisbreiten und Projektionsstufen bei verschiedenen Herstellern. Welche Form im Einzelfall geeignet ist, hängt von Ausgangsgewebe und gewünschtem Ergebnis ab und wird fachärztlich beurteilt.

Was bedeuten glatte, mikrotexturierte und texturierte Implantatoberflächen?

Die Bezeichnungen beschreiben die Oberflächenstruktur der Implantathülle, von glatt über fein beziehungsweise mid-texturiert (z. B. Nagotex) bis stärker texturiert (z. B. Siltex). Textur kann laut Herstellerangaben die Verankerung im Gewebe unterstützen. Eine Oberfläche wird hier nicht als generell sicherer oder besser dargestellt; im Zusammenhang mit texturierten Oberflächen wird in der Literatur ein sehr seltenes Lymphom diskutiert, zu dem belastbare Zahlen ausschließlich aus US-Quellen (FDA/ASPS) vorliegen.

Sind Silikon- oder Kochsalzimplantate die bessere Wahl?

TreatAdvisor stellt keine der beiden Varianten als generell besser dar. Silikongel-Implantate sind in den geprüften europäischen Herstellerunterlagen (Mentor, Motiva, POLYTECH, GC Aesthetics) die durchgängig beschriebene Bauart, Kochsalzimplantate sind vor allem aus US-Herstellerunterlagen bekannt. Welches Material im Einzelfall infrage kommt, klärt die behandelnde Fachärztin oder der behandelnde Facharzt.

Quellen

- [BASG, Medizinprodukte – Zuständigkeit, Vigilanz, keine Zulassung durch BASG (abgerufen 3.9.2026)](https://www.basg.gv.at/konsumentinnen/medizinprodukte) - [Mentor (J&J MedTech), MemoryGel-Implantate – Produktseite (abgerufen 3.9.2026)](https://www.jnjmedtech.com/en-US/product/mentor-memorygel-implants) - [Mentor Direct, Patienteninformation, US-Kontext (abgerufen 3.9.2026)](https://www.mentordirect.com/) - [Mentor, Patienteninformation MemoryGel/MemoryShape/Saline, US-Kontext (abgerufen 3.9.2026)](https://breastimplantsbymentor.net/en-US/home) - [Establishment Labs/Motiva, Directions for Use „Motiva Implant Matrix“ (abgerufen 3.9.2026)](https://medicalbeautyconcepts.com/wp-content/uploads/2020/07/DOC-002-Directions-for-Use-Sterile-Silicone-Breast-Implants-Motiva-Implant-Matrix.pdf) - [Motiva, Product Insert „Anatomical TrueFixation“ (abgerufen 3.9.2026)](https://www.motivaimplantaty.cz/etc/media/content/Files/directions1.pdf) - [POLYTECH Health & Aesthetics, Brustimplantat-Serien (abgerufen 3.9.2026)](https://polytech-health-aesthetics.com/de/pro/brustimplantate/brustimplantat-serien/) - [POLYTECHselect-Katalog (abgerufen 3.9.2026)](https://polytech-health-aesthetics.com/de/pro/mypolytech/polytechselect/) - [GC Aesthetics, Surgical Solutions (abgerufen 3.9.2026)](https://www.gcaesthetics.com/surgeons/solutions) - [GC Aesthetics/Nagor, Produktkatalog „The Nagor Product Range“ (abgerufen 3.9.2026)](https://pdf.medicalexpo.com/pdf/gc-aesthetics/nagor-product-range/89911-213147.html) - [FDA Safety Communication, Update BIA-SCC in der Kapsel um Brustimplantate, US-Quelle (abgerufen 3.9.2026)](https://www.fda.gov/medical-devices/safety-communications/update-reports-squamous-cell-carcinoma-scc-capsule-around-breast-implants-fda-safety-communication) - [ASPS, Breast Implant

Dieser Text ist eine Orientierungshilfe, keine Rechts- oder Medizinberatung. Ob eine medizinische Indikation vorliegt und wer in Ihrem Fall behandeln darf, klärt nur die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt. TreatAdvisor empfiehlt keine Behandlung und keine Person. Rechtsquellen abgerufen am 3. September 2026.

Quellen und weiterführende Informationen

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